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In den autonomen Regionen Spaniens gibt es Sprachenstreit und Sprachenzwang. Da ist es nützlich, sich sachlich mit dem Thema Sprachen zu beschäftigen. Diese Serie liefert Informationen und besteht aus 6 Teilen:

1. Südafrika: Blutiger Aufstand gegen den Sprachzwang
2. Katalonien: Sprachzwang und Spaltung einer Nation
3. Sprachzwang, Geschichtsfälschung und Indoktrination
4. Ukraine: Sprachzwang im Westen
5. Auswege aus dem Konflikt - Was ist Sprache?
6. Sprachenschutz - Funktioniert das in Frankreich?

Sprachzwang und Demokratie
Teil 1 Südafrika: Blutiger Aufstand gegen den Sprachzwang

Alle, die vor 1960 geboren wurden, werden sich wahrscheinlich noch erinnern. Der Aufstand in Soweto 1976 leitete den Anfang des Endes des rassistischen Apartheid-Regimes in Südafrika ein. Kaum jemand erinnert sich an den Anlaß. Mit dem Afrikaans Medium Decree sollte Afrikaans, die Sprache der Buren, als Unterrichtssprache in den höheren Schulen eingeführt werden. Ca. 20.000 Schüler aus dem Township gingen auf die Straßen mit Parolen wie „Zur Hölle mit Afrikaans!“ und „Afrikaans gehört abgeschafft“. Etwa 700 Schüler würden getötet, 176 wurden durch die südafrikanische Polizei zugegeben. Dieser Aufstand wurde zugleich zu einem Mahnmal, zu welcher Gewalt Sprachzwang führen kann.

Sprachzwang findet man immer wieder als diktatorisches Mittel von Herrschenden und Regierungen weltweit. In der EU findet man dieses Instrument vor allem in den baltischen Staaten und in Katalonien, in Europa in der Ukraine und der Türkei. Außerhalb Europas ist mit der Aufzählung von Algerien, Libyen, Indien und Pakistan die Liste dieser Konflikte nicht beendet.

Im folgenden werden einige dieser Konflikte im Kontext von Geschichte und Politik beschrieben und der Frage, was Sprache eigentlich bedeutet, nachgegangen.

Der Sprachzwang in Südafrika

Apartheid - Geschichte einer rassistischen Herrschaft
Südafrika war 1976 ein Land, in dem eine weiße Minderheit die Bevölkerung in verschiedene Klassen entlang der Hautfarbe eingeteilt hatte. Führend in der weißen Minderheit waren die Buren, Nachfahren der Holländer, die das Kap bereits im 17. Jahrhundert besiedelt hatten. Der Niedergang der Holländer und das Erstarken des britischen Imperialismus führten beim Wechsel vom 18. zum 19. Jahrhundert dazu, dass Südafrika zur britischen Kolonie wurde. 1833 beschloß das britische Parlament die Abschaffung der Sklaverei, was den Buren die Basis ihrer Existenz beraubte. Sie wichen zu großen Teilen ins Hinterland aus und gründeten zum Teil eigene Staaten (Burenrepubliken). Gold- und Diamantenfunde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu Einwanderungen auch anderer europäischer Volksgruppen, die sich im wesentlichen dem englischen System anpassten, während die Buren, obwohl in der Minderheit, teils erfolgreich gegen die Engländer Kriege (1. Burenkrieg) führten.

Aber letztlich ging es um die Herrschaft über die reichen Gold- und Diamantvorkommen und somit sahen sich die Briten gezwungen, in einen 2. Burenkrieg (1899-1902) zu investieren, zumal die Buren drohten, sich mit dem damaligen Deutschen Reich zu verbünden. Nach langen Friedensverhandlungen zwischen Briten und Buren wurde 1910 die Südafrikanische Union gegründet.

Im gesamten Prozeß dieser Zeit spielten die Völker, die nicht aus Europa stammten, keine entscheidende Rolle, obwohl beispielsweise die Zulu (ein Bantuvolk, das ursprünglich aus dem Kongo stammte) den Engländern in verschiedenen Schlachten im 19. Jahrhundert blutige Niederlagen beibrachten.

Der Aufstieg des Nationalsozialismus mit seinen Rassegesetzen führte erneut zu starken Spannungen zwischen Briten und Buren, denn Letztere sympathisierten mit den Nazis. Obwohl nach 1945 international die Politik des Rassismus in Diskredit geriet, verlief die Entwicklung in Südafrika gegenteilig. Die mehr britische nationale Partei und die Partei der Buren (Afrikaaner Partei) vereinigten sich und führten eine Politik der zunehmenden Trennung der Bevölkerungsgruppen ein (Apartheid). Ein Rassismus, der nicht allzusehr erstaunen sollte, war er doch auch in den südlichen USA üblich und die USA hatten mit Ende des 2. Weltkrieges praktisch gesehen die britischen und französischen Kolonialreiche abgelöst.

Die weißen holländischen Siedler waren nicht die ersten Menschen am Kap gewesen. Die San (Buschmänner), ein Nomadenvolk von Sammlern und Jägern lebte dort schon seit mehr als 10.000 Jahren. Die Zulu waren im 17. Jahrhundert ins südliche Afrika, teilweise im Kampf gegen die San, eingewandert, daneben lebten dort auch weitere Völker wie die KhoiKhoi, Nama, Korana,Xhosa etc.

Der „Bedarf“ an Sklaven für die weißen Siedler konnte jedoch nie durch die bereits am Kap vorhandenen indigenen Völker befriedigt werden. So wurden Sklaven aus Indien, Malaya und Indonesien nach Südafrika verschleppt, die sich von den indigenen afrikanischen Völkern durch ihre im Vergleich hellere Hautfarbe unterschieden. Sie wurden in der Regel als „Coloured“ bezeichnet, sprachen mehrheitlich Afrikaans und wurden relativ bevorzugt gegenüber den Schwarzen behandelt. Mahatma Gandi wurde in Südafrika geboren und konnte sogar als Rechtsanwalt dort tätig werden. Ein rassistisches Erlebnis zeigte ihm jedoch „seinen“ Platz in der rassistischen Hierarchie und er begann den Kampf, der ihn später zum Führer gegen den britischen Imperialismus in Indien machte.

Die weltweite Entkolonialisierung der 1950er und 1960er Jahre stärkte auch die Bewegungen der Völker Südafrikas in ihrem Kampf gegen die Herrschaft der weißen Minderheit. Jedoch die relativ hohe Industrialisierung, die Investitionen in die Rohstoffreserven des Landes und eine relativ große weiße Minderheit im Lande in Verbindung mit einem terroristischen Regime gegenüber den Schwarzen erschwerte den Befreiungskampf erheblich.
Der Funke zum Aufstand: Sprachzwang
Die Zahl der in Südafrika gesprochenen Sprachen war wegen der vielfachen Herkunft der dort lebenden Völker sehr groß. Während der Apartheid gab es jedoch nur 2 Amtssprachen: Englisch und Afrikaans. Afrikaans kann man als einen Dialekt des Niederländischen betrachten, das sich im Laufe der Jahrhunderte auch eigenständig weiterentwickelt hat, wie in etwa das amerikanische Englisch vom britischen English. Afrikaans war die Sprache der Buren und einiger Coloured, die aber häufig auch noch ihre ursprüngliche Sprache benutzten.

Während in den 1970ern weltweit der Kolonialismus weiter bröckelte, insbesondere in den portugiesisch beherrschten Angola und Mozambique, einem Land mit gemeinsamer Grenze mit Südafrika, versuchte die herrschende Minderheit ihr Apartheid-Regime weiter zu festigen. Bildung war in allen Kolonien eine entscheidende Voraussetzung für den Befreiungskampf gewesen und so beschlossen die herrschenden Rassisten, Afrikaans als verbindliches Unterrichtsfach in den höheren Schulen einzuführen, wissend, dass die Mehrzahl der Schwarzen diese Sprache nicht beherrschten. In der Regel wurden die Schwarzen sowieso nur in ihrer Stammessprache unterrichtet und es gelang nur den Allerwenigsten, überhaupt eine höhere Schulbildung zu erhalten.

1976 gingen die Schwarzen in Soweto bei Johannsburg gegen den Africaans Medium Decree auf die Straße. Zunächst mit der Forderung, Afrikaans abzuschaffen. „To hell with Afrikaans“ (zur Hölle mit Afrikaans) richtete sich natürlich nicht gegen die Sprache an sich, sondern gegen den Sprachzwang und war Ausdruck Ihres Hasses auf die Apartheid. Der Aufstand wurde durch die Rassisten blutig unterdrückt und es folgten noch viel Aufstände und ihre Unterdrückung, bis es den unterdrückten Rassen Anfang der 1990er Jahre gelang, die Herrschaft der Rassisten zu beseitigen.

Heute gibt es in Südafrika 11 Amtssprachen, es sind 9 indigene Sprachen, die durch Englisch und Afrikaans ergänzt werden.
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